Apr 19 2009
Japans Weg in die Moderne – Teil I: Öffnung und Modernisierung 1853 – 1890
Am Morgen des 8. Juli 1853. Vier Kriegsschiffe des US-Pazifik-Geschwaders legen in der Bucht von Edo an. Commodore Matthew Perry hat nur einen Auftrag: die Öffnung Japans. Seit über 200 Jahre hat das Inselreich jeden Kontakt zur Außenwelt gemieden. Nun musste sich Japan der militärischen Übermacht beugen. Doch es wird kein Opfer des westlichen Imperialismus wie China, das elf Jahre zuvor England im Opiumkrieg unterlag. Als erstes asiatisches Land wird sich Japan zum Industriestaat nach westlichen Muster wandeln und seine Souveränität wiederherstellen. Eine Zeitreise ans andere Ende der Welt…
Ehrt den Kaiser – vertreibt die Barbaren! Die Öffnung Japans und das Ende des Shogunats
Die Ankunft der fremden Schiffe war ein Schock für die Japaner. Seit dem 17. Jahrhundert war das Land hermetisch abgeschlossen. Japaner durften nicht ausreisen, Ausländer nicht einreisen. Handelsbeziehungen mit dem Ausland waren strengstens verboten. Die Isolierung Japans war ein Mittel der Shogune (eigentlich “Oberbefehlshaber”, seit 1643 de facto Herrscher Japans) das Land zu befrieden. Den Staat gefährdende Impulse aus dem Ausland – wie z.B. die christliche Missionierung – sollten auf diese Weise eingedämmt werden.
Doch unter der Fassade der Ordnung wuchs der Widerstand. In den Augen der japanischen Elite, daimyo (Fürsten) und samurai (vgl. mit den mittelalterlichen Ministerialen), waren die Shogune aus dem Hause Tokugawa nichts anderes als Usurpatoren. Der legitime Herrscher Japans, der tenno (Kaiser), führte in seinem Palast in Kyoto ein Schattendasein.
Der Zusammenstoß Japans mit der Außenwelt sollte den Niedergang des bakufu (Regierung des Shoguns) beschleunigen. Angesichts der militärischen Unterlegenheit gab der Shogun den USA nach. Am 31. März 1854 unterzeichnete Tokugawa den Vertrag von Kanagawa: Zwei Häfen werden geöffnet und Handelsbeziehungen zu den USA aufgenommen. In den nächsten Jahren folgten weitere Vereinbarungen mit Franzosen, Engländern, Russen und den anderen europäischen Nationen. Die Regierung in Edo billigte den Ausländern Exterritorialität (Ausländer unterlagen nicht der japanischen Rechtssprechung) und vorteilhafte Importzölle zu. Japan war nun wie China an “ungleiche Verträge” gebunden.
Die Tokugawa-feindlichen Fürsten erkannten in den Zugeständnissen an die Fremden die Schwäche des bakufu. Und auch im einfachen Volk wuchs angesichts einer Wirtschaftskrise und staatlicher Machtlosigkeit der Zorn gegen den Shogun. Es formierte sich eine Opposition, die Japan von ausländischem Einfluss befreien und gleichzeitig die ungeliebte Militärdiktatur stürzen wollte. Ihr Schlagwort: “Ehrt den Kaiser – Vertreibt die Barbaren!” Die bedeutendsten Wortführer der Anti-bakafu-Bewegung waren die an der Peripherie Japans gelegenen Fürstentümer Choshu (Honshu) und Satsuma (Kyushu). Den oppositionellen Kräften war klar: Nur wenn sie den Kaiser für ihre Sache gewinnen, schlägt die letzte Stunde für das Shogunat.

In den 60er Jahren verschärften sich die innenpolitischen Spannungen. 1866 besiegte das Fürstentum Choshou mit seiner modernen Armee die Streitkräfte des Shoguns. 1868 unterlagen die bakufu-Truppen der Allianz von Choshu und Satsuma. Anfang 1869 schlug das letzte Kapitel für das verhasste bakufu. Die Truppen aus Choshu, Satsuma und weiterer oppositionellen Fürstentümer besetzten den Kaiserpalast (3. Januar 1868). Daraufhin verkündete der erst 16-jährige tenno Mutsuhito das Ende des bakufu. Der letzte Herrscher aus dem Hause Tokugawa wurde in die Rente geschickt, der Titel “Shogun” abgeschafft. Der tenno übernahm wieder die Regierungsgeschäfte (Meiji-Restauration, jap. meiji ishin). Symbolisch wurde dieser Akt mit dem Umzug des Kaiserhofs von Kyoto nach Edo untermauert: Der Kaiser zog in die ehemalige Machtzentrale der Tokugawa-Shogune ein. Aus Edo wurde Tokyo – die “östliche Hauptstadt”.
Bereichert das Land – Stärkt die Armee! Die Modernisierung Japans in der Meiji-Ära
Nach dem Sturz des Shogunats hat die neue Regierung ihr zweites politisches Ziel, die “Vertreibung der Barbaren”, erst einmal verschoben. Um die “ungleichen Verträge” zu revidieren und die Souveränität Japans wiederherzustellen, musste sich das Land einer Radikalkur unterziehen. Das Motto der neuen Regierung prägte Ex-Samurai Okubo Toshimichi (1832 – 1878) aus Satsuma: “Bereichert das Land – Stärkt die Armee!” Eine auf Wachstum ausgerichtete Wirtschaft sollte das Fundament einer schlagkräftigen, nach westlichem Vorbild modernisierten Armee sein.
Okubo und seine “Regierungskollegen” wie Iwakura Tomomi (1825-1883) oder Saigo Takamori (1827-1877) waren die Schlüsselfiguren der japanischen Modernisierung. Alle ehrgeizige Ex-Samurais aus Choshu und Satsuma. Ob Kaiser Metsuhito, nach dessen Regierungsdevise Meiji (“Erleuchtete Regierung”) die Epoche benannt ist, Einfluss auf die Politik hatte, wird bestritten. Die einzige Aufgabe des tenno war die Beschlüsse seiner führenden Politiker zu legitimieren. (Bis zum I. Weltkrieg sollten Persönlichkeiten aus Choshu und Satsuma die Geschicke des Landes bestimmen.) Zwischen 1869 bis 1890 bauten die neuen Machthaber Verwaltung, Militär, Wirtschaft, Justiz und Bildungswesen nach westlichem Muster um.
Reform des Staatsapparates
Als erstes wurde die Machtstellung der Zentrale gefestigt. Die kaiserliche Regierung zog einen Schlussstrich mit den feudalen Regierungsstrukturen. Nach US-amerikanischen Vorbild führte sie die Gewaltenteilung ein. Eine Justizbehörde wurde ins Leben gerufen und eine Art Parlament, das aus Angehörigen des Adelsstandes bestand, einberufen. Das Pseudo-Parlament und die neu geschaffen Ministerien – 1871 existierten 9 Ressorts – wurden dem dajôkan, dem kaiserlichen Staatsrat, unterstellt. Auch der Verwaltungsapparat wurde gestrafft. Die Fürsten übergaben ihre Ländereien dem Kaiser. Eine reiche Abfindung machte dies dem hohen Adel schmackhaft. Aus den einstigen Fürstentümern schuf die Regierung 72 Präfekturen, denen Beamte des Innenministeriums voranstanden.
Iwakura-Mission (1871 – 1873) – Japan entdeckt den Westen
1871 ging die japanische Staatsführung auf Weltreise. Die “Iwakura-Mission” (benannt nach dem Außenminister Iwakura Tomomi) hatte zwei Ziele: Die “ungleichen Verträge” mit den USA und den europäischen Mächten zu revidieren und vom Westen zu lernen. Das erste Vorhaben scheiterte am Widerstand der Großmächte. Die zweite Aufgabe glückte. Die Japaner lernten eifrig von ihren westlichen Lernmeistern: Technisches Know-how, kulturelle Eigenarten der westlichen Welt, Prinzipien der modernen Wirtschaft und vieles mehr kam im Reisegebäck der Delegation mit nach Japan. Gleichzeitig förderte die Regierung einen äußerst effizienten Wissenstransfer: Japanische Studenten besuchten ausländische Hochschulen, ausländische Experten wurden zwecks “Entwicklungshilfe” nach Japan angeworben.

Die Leitung der Iwakura-Mission. Iwakura Tomomi (mitte) und Okubo Toshimichi (rechts außen) - Aufnahme aus London - Quelle: Wikipedia
Modernisierung der Wirtschaft und des Militärs
Die Stärkung der japanischen Wirtschaft und der Armee lag den Modernisierern besonders am Herzen. Anfang der 1870er Jahre führte Japan ein modernes Wirtschaftssystem ein. Der Yen wurde zur nationalen Währung. 1873 wurden die ersten staatlichen Banken eingeführt, drei Jahre später erfolgte die Gründung der ersten Privatbank: Mitsui Ginko.
Mit Hilfe des neuen Wirtschaftssystems und ausländischer Kredite trieb Japan die Industrialisierung voran. Mit Staatsgeldern wurden Werften, Stahlwerke und Rüstungsbetriebe gebaut. Privatleute bekamen günstige Darlehen und Steuerermäßigungen für den Aufbau eigener Betriebe. Staatsbetriebe, die nicht der Rüstung dienten, wurden bald privatisiert. So entstanden die riesigen Familien-Holding-Gesellschaften (jap. zaibatsu) wie Mitsubishi, Mitsui oder Kawasaki. Große wirtschaftliche Bedeutung erlangte die Seidenproduktion: Mitte der 1890er Jahre etablierten sich die Seidentextilien zum wichtigsten Exportgut Japans – und zur Konkurrenz für englische Produkte.
Am 10. Januar 1873 wurde die allgemeine Wehrpflicht eingeführt. Im Aufbau und Organisation der Armee diente Preußen als Vorbild. Preußische Militärs wie z. B. Jacob Meckel standen als Berater zur Seite. Japaner wurden an preußischen Militärschulen ausgebildet. In den 90er Jahren erreichte die japanische Armee eine Schlagkraft von 240 000 Mann. Die moderne Ausrüstung und Ausbildung zahlte sich aus: Im ersten japanisch-chinesischen Krieg (1894/ 95) besiegten Japan das Kaiserreich China.
Bei ihrer Flotte griffen die Japaner aufs englische Know-how zurück. Die ersten modernen Schiffe – und Kriegsschiffe – Japans wurden in englischen Werften gebaut. Englische Experten berieten die Regierung beim Aufbau einer modernen Marine, Engländer unterrichteten an der Marineakademie.
Modernisierung des Kommunikations-, Verkehrs- und Bildungswesens
Auch im Kommunikations- und Verkehrswesen machte Japan große Fortschritte. Die erste japanische Post verkehrte seit 1871 auf der wirtschaftlich wichtigen Strecke Tokyo-Osaka-Kyoto. Bereits 1869 nahm der Telegrafendienst zwischen Tokyo und Yokohama seine Arbeit auf, 1874 der zwischen Tokyo und Nagasaki. Die erste Eisenbahnstrecke wurde 1872 eröffnet. Neuen Jahre später gründeten Angehörige des japanischen Hochadels die erste private Eisenbahngesellschaft. Mit Subventionen und Steuerentlastungen förderte der Staat das Unternehmen.
1872 führte die Regierung die Schulpflicht in Japan ein. 1886 wurde das Bildungswesen - zuvor dem US-amerikanischen Modell nach empfunden – nach deutschem Muster umgestaltet: Das drei gliedrige Schulsystem “Volksschule-Gymnasium-Hochschule” wurde eingeführt. In der Volksschule wurden die unteren Schichten auf Kaiser und die Nation eingeschworen. Die erste Universität des Landes war die Tokyo Daigaku. Sie war die Kaderschmiede Japans: Knapp 2/3 ihrer Absolventen gingen in den Staatsdienst. Weitere Universitätsgründungen folgten.
Bis 1912 lernten insgesamt 169 ausländische Professoren an japanischen Universitäten, wobei die meisten aus Deutschland kamen. Der Staat förderte auch das Auslandsstudium der Studenten, deren Mehrzahl eine deutsche Universität besuchte. Deutscher Einfluss war vor allem in der Medizin, Jura, Philosophie, Ökonomie und Geisteswissenschaften prägend. Das Zivilrecht blieb eine Domäne der Franzosen: Mit dem Code Napoleon übernahmen die Japaner die damals modernste Rechtsordnung der Welt. Die US-Amerikaner übten in der Zoologie und der Philosophie ihren Einfluss aus.
Widerstand und Opposition in der Meiji-Ära
Der radikale Kurs der Regierung stieß bereits in den 70iger Jahren auf zahlreichen Widerstand. Vor allem die Samurais erwiesen sich als ein Hort der Opposition. Sie sahen sich als Hauptverlierer der Modernisierung. Der gesellschaftliche Wandel, die die Regierung mit ihren Maßnahmen förderte, degradierte viele Samurais zum gemeinen Volk, dem auch Kaufleute, Handwerker und Bauern angehörten. Die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht und das Verbot des Schwerttragens sah der stolze Kriegerstand als einen Angriff auf seine privilegierte Stellung.

Saigo Takomori in Mitten seiner Samurai - Quelle: Wikipedia
1877 eskalierte die Lage. Auf der Insel Kyushu brach der größte Aufstand der Meiji-Ära aus: Der Südwestkrieg (jap. seinan senso). 40.000 Rebellen erhoben sich gegen die Zentrale in Tokyo. Ihr Anführer war Ex-Regierungsmitglied Saigo Takomori, dem der radikale Modernisierungskurs zu weit ging. Die Rebellen standen jedoch auf verlorenem Posten. Trotz ihrer Anfangserfolge waren sie der modernen Wehrpflicht-Armee unterlegen. Der Aufstand wurde im Herbst 1877 zerschlagen, Saigo beging seppuko (rituellen Selbstmord). Diese Ereignisse dienten dem US-Spielfilm “Last Samurai” mit Tom Cruise als Vorbild.
Besonders die Bauern trugen die Lasten der Modernisierung. Der Staat bezog fast 70 % seiner Einnahmen aus der neu eingeführten Bodensteuer. Zwar betrug der Steuersatz nur 3 % des Bodenwertes, aber für den Bauer bedeuteten dies Abgaben in Höhe von 30 bis 60 % des Ernteertrages – unabhängig von der Ertragsgröße. Die Bauern verarmten und waren gezwungen, ihr Land an Großgrundbesitzer zu verkaufen. Es kam zu Unruhen, die Tokyo niederschlagen ließ. Dass die für die Landwirtschaft unerlässlichen Söhne einen dreijährigen Wehrdienst leisten mussten, fiel ebenfalls nicht auf die Gegenliebe der bäuerlichen Bevölkerung.
Die Traditionalisten waren nicht die einzigen Gegner der Regierung. Das langsam wachsende Bürgertum begann sich zu regen. Die Bürger verlangten das Ende der Oligarchie von Satsuma und Choshu. Die Machthaber waren bestrebt jede Opposition und Kritik im Keim zu ersticken. So wurden die Presse-, Versammlungs- und Koalitionsfreiheit außer Kraft gesetzt. Jedoch ohne Erfolg. Die Opposition, aus denen sich die ersten Parteien Japans formierten, übte weiter hin Druck aus: Die kaiserliche Regierung erklärte ihre Bereitschaft, eine Verfassung auszuarbeiten und ein von Volk gewähltes Parlament einzuführen.
Die erste japanische Verfassung von 1889
Am 11. Februar 1889 – dieser Tag gilt als das mystische Geburtsdatum des japanischen Kaisertums – trat die japanische Verfassung in Kraft. Ito Hirobumi, der führende Politiker der 80er und 90er Jahre, nahm sich die preußische Verfassung von 1850 zum Vorbild. Somit blieben absolutistische Elemente in der Staatsführung erhalten: Die Person des tenno galt als heilig und unverletzlich. Der tenno hatte den Oberbefehl über die Armee inne. Die Minister waren allein dem Kaiser verantwortlich, der auch Gesetze erlassen durfte. Durch zwei neue Gremien, genrô (Ältestenrat, der in der Verfassung nicht verankert war) und sûmitsuin (Kronrat), hat Ito die Macht und den Einfluss von Choshu und Satsuma zusätzlich abgesichert.
Die Verfassung beinhaltete auch ein Zwei-Kammer-System (Adelshaus und Abgeordnetenhaus), das aber kein Gegengewicht zur Exekutiven darstellte. Die Zahl der Wähler, die das Abgeordnetenhaus bestimmten, war durch ein Steuerzensus vom 15 Yen Jahresverdienst beschränkt. Für einen Arbeiter eine ungeheuerliche Summe. 1890 durften somit nur 1,1 % der 39 Millionen Japaner wählen (Rudolf Hartmann, Modernes Japan, S.66)! Doch die allererste Wahl war eine Schlappe für die Regierung: Die den Oligarchen oppositionell eingestellte Parteien gewannen. Seitdem versuchte die Regierung mit jedem Mittel – Bestechung oder Gewalt – die Wahlen zu beeinflussen.
Die Verfassung von 1890 markierte einen wichtigen Schritt weg vom Absolutismus der Feudalgesellschaft und hin zu einer konstitutionellen Monarchie. Doch hinter der Fassade „westlicher” Institutionen verbarg sich ein autoritäres Herrschaftssystem, das die gesellschaftlichen und politischen Strukturen konservieren wollte. In diesem Sinne diente auch das Erziehungsedikt von 1890: Schüler wurden zum blinden Gehorsam gegenüber dem Kaiser – und somit dem Staat – erzogen.
Resümee
Die Reformen der Meiji-Ära zahlten sich aus: Sie steigerten die Effizienz vom Staat, Wirtschaft und Militär. Die Bevölkerung wuchs von 31 Millionen (1871) auf 41 Millionen (1892) (Rudolf Hartmann, Modernes Japan, S.55). Als einziges Land außerhalb des westlichen Kulturkreises reihte sich Japan in den Club der imperialen Mächte ein.
Aber im Innern tradierte das Inselreich überkommene Werte und feudale Relikte. Die Samurais “infizierten” das restliche Volk mit ihrem Ethos vom “Dienen als Selbstzweck”. Die Bauern, deren Los die Modernisierung gar nicht verbesserte, wurden anfällig für anti-kapitalistische und nationalistische Parolen, die sich gegen den Westen richteten. Für Liberalismus, Parlamentarismus sowie Demokratie war die Herrschaftsclique aus Choshu und Satsuma wenig aufgeschlossen. Diese Ideen wären eine Gefahr für ihre Machtstellung gewesen.
Nach 20 Jahren Reformen erkannten die Großmächte Japan als gleichberechtigten Staat an. Die japanische Regierung konnte in den 90er Jahren die “ungleichen Verträge” revidieren – 50 Jahre vor China! Knapp 20 Jahre später erlangte Japan auch die Kontrolle über seine Importzölle. 1911 war die ganze Souveränität des Inselreiches wieder hergestellt – ein Jahr vor dem Tod Kaisers Metsuhito, der als meiji tenno Japan den Weg in die Moderne ebnete.
Literaturtipps
- Ausführliche Überblicksdarstellung Japans seit 1853: Rudolf Hartmann, Geschichte des modernen Japans, Von Meiji bis Heisei, Berlin 1996.
- Sehr informativer und detaillierter Beitrag: Bernd Martin, Die Öffnung Japans durch den Westen, Annahme und Abwehr der westlichen Herausforderung (1853 – 1890), in: Jürgen Elvert, Michael Salewski (Hgg.), Staatsbildung in Übersee, Die Staatenwelt Lateinamerikas und Asiens (Historische Mitteilungen Beiheft 2), Stuttgart 1992, S.197-220. Artikel auf FreiDok downloaden
- Asien-Experte Jürgen Osterhammel beschreibt den Einfluss Japans auf China und beantwortet die spannende Frage, warum sich Japan erflogreich modernisieren konnte und China nicht: Jürgen Osterhammel, Chinesische Revolution und Modernisierung Japans, in: August Nitschke u.a. (Hgg.), Jahrhundertwende, Aufbruch in die Moderne, 1880 – 1930, Bd.1, Reinbeck bei Hamburg 1990, S.462-487.
Linktipps
- Japan-Wissenschaftler erklären die historischen Hintergründe zum US-Spielfilm “Last Samurai”: Last Samurai – Die Abschaffung des Kriegerstandes und die Aufstände ehemaliger bushi in Japan von 1868 bis 1877
- Persönlichkeiten der Meiji-Ära in Bild. Auch die anderen Fotos zu Japan sehr empfehlenswert: Japan-Photo – Meiji
- Geschichte Japans und zahlreiche Informationen zu den Samurai (mit historischen Abbildungen): Welt der Samurai
- Eine Zeitreise für Online-Spieler: Battles of Meiji – Strategie-Browsergame
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