Mai 23 2009
Der Deutsche Orden im Kampf mit der Polnisch-Litauischen Union und den preußischen Ständen (1409 – 1466)

Bitwa pod Grunwaldem/ Schlacht von Tanneberg (Gemälde von Jan Matejko) - Großfürst Witold (rechts im roten Gewand) und Ulrich von Jungingen (links in weißer Rüstung) - Quelle: Wikipedia
Im 14. Jahrhundert war der Deutsche Orden die bedeutendste Macht im Ostseeraum. Der Ordensstaat profitierte vom Reichtum der Region. Die Ordensritter waren für ihren Kampfesmut und ihre Eroberungslust bekannt. Doch 100 Jahre später erlebte der Ritterorden seinen Niedergang. Jahrelange Kriege mit der Polnisch-Litauischen Union und Spannungen innerhalb Preußens führten letztendlich zum Zusammenbruch des Ordensstaates. Eine Zeitreise in das Baltikum des 15. Jahrhunderts …
Krieg und Frieden – die Konflikte des Ordens mit Polen-Litauen
1385 schlossen sich das Königreich Polen und das Großfürstentum Litauen zur Union von Krewo zusammen. Es war eine Reaktion auf den Deutschen Orden, der wirtschaftlichen und militärischen Großmacht im Baltikum. 1309 eroberte der Ordensstaat die Pommerellen sowie Danzig und trennte Polen von der wirtschaftlich wichtigen Ostsee. Gleichzeitig begannen die Ordensritter mit Kreuzzügen gegen die heidnischen Litauer. Eroberungsdrang und Missionierung gingen hier Hand in Hand.
Trotz der Annäherung von Polen und Litauen – es entstand das größte Königreich Europas – blieb der Ordensstaat mächtig. Erst am Anfang des 15. Jahrhunderts schlug die Stunde Polen-Litauens. Streitpunkt war Sarmatien. Sowohl der Deutsche Orden als auch Litauen beanspruchten das Gebiet für sich. 1409 marschierte Hochmeister Ulrich von Jungingen in Sarmatien ein, um einen Aufstand niederzuschlagen. Der Großfürst von Litauen, Witold, stellte sich den Ordensrittern in den Weg. Der polnische König Wladyslaw II. Jagiello unterstützte Witolds Feldzug gegen den Orden. Daher erklärten die siegesgewohnten Ordensritter Polen den Krieg.
Die Heere Polen-Litauens und des Deutschen Ordens stießen am 15. Juli 1410 bei den Dörfern Ludwigsdorf, Tannenberg und Grünfelde aufeinander. 45.000 Ritter und Fußsoldaten standen sich gegenüber. Es kam zu einer der größten Schlachten des Spätmittelalters: Die Schlacht von Tannenberg (polnisch: Bitwa pod Grunwaldem). Der Deutsche Orden erlitt eine herbe Niederlage. Zusammen mit Hochmeister Ulrich von Jungingen fiel die komplette Führungsriege des Ordens.
Trotz des Sieges in der Schlacht von Tannenberg blieb es Wladislaw II. und Witold versagt, die Macht des Ordens endgültig zu zerschlagen. Die Marienburg, die Zentrale des Deutschen Ordens, wurde nicht erobert. Die Polen haben die Belagerungswaffen zuhause gelassen. Auch die anderen Burgen blieben in der Hand des Ordens. Gleichzeitig kamen Ordensritter aus Livland und der römisch-deutsche König Sigismund dem Deutschen Orden zur Hilfe. Angesichts der doppelten Bedrohung sah sich das polnisch-litauische Heer gezwungen, den Ordensstaat zu verlassen.
Im (ersten) Frieden von Thorn 1411 kamen die Ordensritter mit einem blauen Auge davon. Sie verzichteten auf Sarmatien und leisteten hohe Kriegsentschädigungen an Polen-Litauen. Seine kriegerische “Missionierung” gegen die 1386 zum Christentum konvertierten Litauer musste der Orden einstellen.
Seine Kampfbereitschaft verlor der Orden nicht. 1413 löste Hochmeister Heinrich von Plauen einen neuen Krieg mit der Polnisch-Litauischen Union aus. Die Kriegshandlungen zogen sich über neun Jahre hin, unterbrochen von zahlreichen Waffenstillständen. Die Ordensritter wollten den Fehler von Tannenberg nicht wiederholen und verzichteten auf eine offene Schlacht. Die Landesverteidigung konzentrierte sich auf die Ordensburgen. Der Konflikt kam selbst auf dem Konstanzer Konzil (1414-1418) zur Sprache. Doch der römisch-deutsche König Sigismund konnte den Streit nicht schlichten.
Ende Juli 1422 verbuchte das polnisch-litauische Heer entscheidende Siege auf preußischem Boden. Sowohl die preußischen Untertanen als auch das Reich ließen den Orden im Stich. Im Frieden von Melno-See verzichtete der Orden erneut auf Samaiten und verlor das Gebiet Kujawien an Polen.
Der Friede währte nur einige Jahre. Anfang 1430 rebellierte der litauische Fürst Switrigal gegen die polnische Oberhoheit. Der Orden nutzte die polnisch-litauische Krise und drang erneut in Polen ein. Doch auch diesmal war das Kriegsglück nicht an der Seite des Ordens: Am 13. September 1431 besiegte das polnische Heer die Ordensritter. Die Neumark und die Pommerellen fielen in Feindeshand. Im Ordensstaat rebellierten die preußischen Untertaten gegen den Orden. Als das polnische Heer 1435 Fürst Switrigal besiegt hatte, erkannte der Orden seine ausweglose Situation.
Im Frieden von Brest/ Kujawien vom 31. Dezember 1435 bestätigten die Ordensritter die Existenz der Polnisch-Litauischen Union und des christlichen Litauens. Polen bekam einige reiche Gebiete und wirtschaftliche Sonderrechte zugesprochen. Der Frieden hielt über 20 Jahre.
3 Kommentare

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Ein wirklich tolles Geschichtsblog, gefällt mir gut!
Ola,
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cheers,
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