Okt 02 2009
Das Münchner Abkommen 1938

Die Architekten des Münchner Abkommens (von links): Neville Chamberlain (GB), Edouard Daladier (Frankreich), Adolf Hitler (Deutschland) und Benito Mussolini (Italien) - Foto: Wikipedia | Deutsches Bundesarchiv
Gastautor: Robert Schmidtchen
1938 rückte die ČSR in das Blickfeld Adolf Hitlers. Bei ihr handelte es sich aus nationalsozialistischer Sicht um einen “unnatürlichen und geschichtswidrigen Staat [...].” Schon im Frühjahr 1938 gab Hitler bekannt, dass er beabsichtige mittels Fall Grün “die Tschechoslowakei in absehbarer Zeit durch eine militärische Aktion zu zerschlagen.” Der Chef des Generalstabs des Heeres, General Ludwig Beck, zweifelte hingegen am Gelingen dieses Vorhabens. Er befand es müssten alle notwendigen Maßnahmen ergriffen werden “um einen Krieg gegen die Tschechoslowakei abzuwenden, der in seinen Auswirkungen zu einem Weltkrieg führen muß, der das finis Germaniae bedeuten würde.” General Beck scheiterte mit seinen Ansichten jedoch beim Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch. Deshalb bat er am 18. August des Jahres darum, seinen Abschied nehmen zu dürfen. Die militärische Option wurde allerdings zugunsten einer politischen Lösung aufgegeben.
Spannungen um das Sudetenland
Hitler nutzte die Lage der Sudetendeutschen für seine Zwecke und forcierte die Krise noch zusätzlich. Als sein Werkzeug im Sudetenland fungierte dabei Konrad Henlein. An Stelle des Auswärtigen Amtes nutzte er SS-Obergruppenführer “Lorenz und die VoMi [...] als wichtigste Verbindungen des Reiches zu dem sudetendeutschen Führer Konrad Henlein [...].” Heydrich misstraute dem Führer der Sudetendeutschen Partei und befahl der SD-Dienststelle in Dresden befohlen Henlein ständig zu überwachen. Weiterhin entschloss sich der Chef des SD zur Zusammenarbeit mit dem größten politischen Gegner Henleins im Sudetendeutschen Lager, Karl Hermann Frank. Noch 1937 war Heydrich entschlossen gewesen Henlein durch eine Parteirevolte stürzen zu lassen, doch nun war er durch die Zusammenarbeit mit Hitler seinem Zugriff entzogen.
In der ČSR sorgten sowohl das Territorialstreben als auch die Bemühungen der deutschen Führung um die Sudetendeutschen für Beunruhigung. In der Konsequenz näherte sich die Tschechoslowakei schon 1937 an Großbritannien und Frankreich an, von denen sie sich Beistand erhoffte. Diese Hoffnung wurde durch eine geheime Depesche der tschechischen Gesandtschaft in Paris an die Regierung in Prag gedämpft. Es stünde zu befürchten, dass England für die Tschechen eine Überraschung bereithielte, denn in der englischen Botschaft würde “viel über eine Lösung des Types Ulster für die Sudetendeutschen” gesprochen.
Ein Kommentar

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Hi Lukas,
Great as always. Coincidentally, I’m just finishing up Chapter 8 (“From Vienna to Prague: 1938-9″) of Allan Bullock’s “Hitler: A Study in Tyranny”. Bullock:
“The fact that the Prime Minister of Great Britain had twice flown to Germany to intercede with him, and on the third occasion had hurried across Europe with the heads of the French and Italian Governments to meet him at the shortest possible notice, constituted a personal triumph for Hitler. … [T]wenty years after the end of the First World War, he had dictated terms to the victorious Powers of 1918 in the very city in the back streets of which he had begun his career as an unknown agitator.”
Regards,
Bill